← Alle Artikel
◆ Selbst-Check · KMU · Lesezeit 8 Min

Wie gut ist deine Website wirklich? 8 Punkte für den Selbst-Check

Ein ehrlicher Test in 30 Minuten – ohne Tool, ohne Anmeldung · Mai 2026

Die meisten KMU-Inhaberinnen und -Inhaber wissen tief drin: ihre Website könnte besser sein. Aber wo genau liegt das Problem? Beim ersten Eindruck? Beim SEO? Beim mobilen Auftritt? Bei der KI-Sichtbarkeit, von der niemand spricht? Hier sind die acht Bereiche, an denen ich selbst jede Website prüfe – mit konkreten Fragen, die du dir in den nächsten 30 Minuten stellen kannst. Wer das nicht selbst durchgehen mag: unser kostenloses Analyse-Tool macht das in 30 Sekunden mit der gleichen Logik.

Punkt 1: Der erste Eindruck

Drei Sekunden – so lange dauert es, bis eine Besucherin entschieden hat, ob sie bleibt oder weiterklickt. In dieser Zeit muss sie ein Gefühl bekommen: Diese Seite ist sauber, diese Person weiss was sie tut, hier bin ich richtig.

Selbst-Test: Öffne deine Startseite. Schliesse die Augen. Öffne sie wieder. Was siehst du in der ersten Sekunde? Wirkt die Seite ruhig und durchdacht – oder eher voll, hektisch, generisch? Sieht es aus wie ein Template, das jeder zweite Coiffeur auch hat? Frag eine Person aus deinem Umfeld, die deine Branche nicht kennt: „Wirkt das auf dich vertrauenswürdig?" Die Antwort sagt mehr als jede Heatmap.

Häufiges Problem: zu viele Stockfotos, zu wenig Eigenständigkeit, kein klarer Fokus.

Punkt 2: Kernbotschaft und Positionierung

Versteht eine Fremde innerhalb von drei Sekunden, wer du bist, was du anbietest und für wen? Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Wenn die Antwort „nicht ganz" lautet, verlierst du jeden Tag Kunden – nicht weil dein Angebot schlecht ist, sondern weil die Botschaft unklar ist.

Selbst-Test: Ein Bekannter, der nicht weiss was du machst, soll deine Startseite drei Sekunden ansehen und dann zumachen. Frag ihn anschliessend: „Was machen die da? Für wen? Wo?" Wenn er nicht alle drei Fragen sicher beantworten kann, hast du ein Positionierungsproblem.

Häufiges Problem: Headlines wie „Willkommen auf unserer Website" oder „Wir sind Ihr Partner für Qualität" – Sätze, die für jede Branche funktionieren und deshalb für niemanden.

Punkt 3: Der Call-to-Action

Was soll deine Besucherin als Nächstes tun? Anrufen? Eine E-Mail schreiben? Einen Termin buchen? Ein Erstgespräch vereinbaren? Wenn die Antwort „weiss ich auch nicht" ist, ist das ein Designfehler – nicht ihre Schuld.

Selbst-Test: Ohne zu scrollen – siehst du oben auf deiner Startseite einen einzigen, klaren, unübersehbaren Hauptbutton? Mit aussagekräftigem Text wie „Erstgespräch buchen" oder „Termin reservieren"? Oder konkurrieren da fünf gleich aussehende Buttons miteinander?

Häufiges Problem: entweder gar kein CTA, oder zu viele gleichberechtigt nebeneinander. Beides verwässert. Optimum: ein primärer CTA, der visuell sofort hervorsticht. Sekundäre Optionen treten optisch zurück.

Punkt 4: Vertrauenssignale

Online entscheidet sich Vertrauen oft in Sekunden. Was sieht ein potenzieller Kunde, das ihm zeigt: Diese Person existiert wirklich, andere arbeiten erfolgreich mit ihr, sie nimmt es ernst?

Selbst-Test: Geh deine Website durch und such nach echten Kundenstimmen mit Vorname und Foto. Such nach Referenzprojekten. Such nach einem authentischen Foto von dir selbst. Such nach Impressum, Datenschutzerklärung und AGB. Was fehlt davon?

Häufiges Problem: Stockfotos statt echtem Team, keine namentlichen Kundenstimmen, kein Foto der Inhaberin. Online wird Menschen vertraut, nicht Logos. Eine echte Kundenstimme mit Vorname, Branche und Foto ist mehr wert als zwei neue Marketing-Texte.

Punkt 5: SEO-Basics – sichtbar bei Google

Wenn jemand bei Google nach deiner Dienstleistung plus deinem Standort sucht – erscheint deine Website auf der ersten Seite? Wenn nein, hast du ein SEO-Problem. Und SEO ist 2026 immer noch der wichtigste organische Trafficbringer.

Selbst-Test: Suche bei Google nach deiner Hauptdienstleistung und deinem Standort, z.B. „Coiffeur Basel" oder „Kosmetikstudio Liestal". Bist du auf Seite 1? Falls ja: gut. Falls nein: prüfe diese vier Punkte. Title-Tag jeder Seite (sichtbar im Browser-Tab) – ist er aussagekräftig und enthält dein wichtigstes Keyword? Meta-Description – ist sie pro Seite individuell formuliert? H1-Überschrift – gibt es genau eine pro Seite, mit dem zentralen Keyword? Alt-Texte – haben deine Bilder beschreibende alt-Texte oder leere?

Häufiges Problem: Title-Tag „Startseite" oder „Home", keine Meta-Description, kein H1, keine alt-Texte. Diese vier Sachen brauchen nicht mal eine Stunde – und machen oft den Unterschied zwischen Seite 5 und Seite 1.

Punkt 6: KI-Sichtbarkeit (GEO)

Das ist der Punkt, an dem 2026 fast alle KMU-Websites scheitern – weil ihre Webdesigner ihn schlicht nicht kennen. Wenn jemand ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews fragt „Welcher gute Coiffeur in Basel?", dann antwortet die KI jetzt, nicht morgen. Und sie zitiert dabei Websites, die sie versteht. Wenn deine Website nicht zu diesen gehört, existierst du für einen wachsenden Teil deiner potenziellen Kundschaft schlicht nicht.

Selbst-Test: Frag ChatGPT oder Perplexity selbst: „Welcher [deine Branche] in [deine Stadt] ist gut?" Wirst du erwähnt? Wenn nein, gibt es zwei Hauptgründe.

Erstens: llms.txt – eine maschinenlesbare Zusammenfassung deiner Website, die KI-Crawler bevorzugt einlesen. Schau, ob du eine hast: deine-website.ch/llms.txt aufrufen. 95 % der KMU-Websites in der Schweiz haben das (noch) nicht.

Zweitens: FAQ-Schema und semantisches HTML – KI-Modelle lieben strukturierte Inhalte. Eine FAQ-Sektion mit korrektem FAQPage-JSON-LD wird häufiger zitiert als ein Fliesstext, der dieselben Antworten enthält. Das gleiche gilt für klare Überschriften-Hierarchien (H1 > H2 > H3) und zitierbare Fakten (Preise, Adressen, Öffnungszeiten als Klartext).

Punkt 7: Mobile

Über 70 % aller Besucher kommen über das Handy. Wenn deine Website dort schlecht funktioniert, ist das nicht ein Detail – es ist das Hauptproblem. Google indexiert seit 2021 ausschliesslich nach der mobilen Version (Mobile-First Indexing). Wer mobil schlecht ist, wird auch am Desktop schlechter gefunden.

Selbst-Test: Öffne deine Website auf dem Handy. Sind alle Texte ohne Zoomen lesbar? Sind die Buttons gross genug, dass du sie ohne Anstrengung mit dem Daumen triffst (mindestens 44 mal 44 Pixel)? Öffnet sich das Hamburger-Menü sauber – und kannst du im Menü scrollen, falls es viele Einträge hat? Versuche, dein Kontaktformular auszufüllen. Wie fühlt sich das an?

Häufiges Problem: Hamburger-Menü, das nicht scrollt und so manche Einträge auf kleinen Bildschirmen abschneidet. Texte zu klein. Buttons zu eng beieinander. Eingabefelder, die beim Tippen unter die Tastatur rutschen.

Punkt 8: Technik – HTTPS, Ladezeit, sauberer Code

Auch wenn alles andere gut ist: Wenn die Seite fünf Sekunden zum Laden braucht oder im Browser als „Nicht sicher" markiert wird, ist das Spiel verloren bevor es begonnen hat.

Selbst-Test HTTPS: Öffne deine Website. Steht in der Adresszeile ein Schloss-Symbol? Falls da „Nicht sicher" steht, fehlt das SSL-Zertifikat. Bei Schweizer Hostern wie Cyon ist das mit einem Klick aktivierbar und kostenlos.

Selbst-Test Ladezeit: Gib deine URL bei pagespeed.web.dev ein. Score unter 70 (mobil) ist ein klares Warnsignal. Häufige Ursachen: unkomprimierte Bilder mit mehreren Megabyte, zu viele WordPress-Plugins, billiges Shared Hosting. Eine handgefertigte HTML-Site auf Schweizer Hosting (z.B. Cyon Basel) lädt typischerweise in unter einer Sekunde.

Selbst-Test Code: Rechtsklick auf deine Seite → „Seitenquelltext anzeigen". Sieht das nach durchdachtem HTML aus, oder nach 2000 Zeilen Plugin-Generiertem Chaos? Ein sauberer Code ist nicht nur eleganter – er lädt schneller, wird besser gefunden und ist günstiger zu warten.

Schnell-Checkliste: deine Punktzahl in 5 Minuten

Geh diese acht Punkte durch. Pro Punkt: 1 Punkt für „klar erfüllt", 0.5 für „teilweise", 0 für „nein".

  1. Erster Eindruck: Wirkt die Seite klar, ruhig, vertrauenswürdig in 3 Sekunden?
  2. Kernbotschaft: Versteht eine Fremde sofort, was du anbietest und für wen?
  3. Call-to-Action: Ein klarer Hauptbutton, sichtbar ohne Scrollen?
  4. Vertrauenssignale: Echte Kundenstimmen mit Foto, dein eigenes Foto, Impressum, Datenschutz?
  5. SEO-Basics: Title, Description, H1, alt-Texte alle vorhanden und sinnvoll?
  6. KI-Sichtbarkeit (GEO): llms.txt, FAQ-Schema, semantisches HTML?
  7. Mobile: Touch-Targets gross genug, Hamburger-Menü scrollt sauber?
  8. Technik: HTTPS, Ladezeit unter 3 Sekunden, sauberer Code?

Auswertung deiner Punktzahl:

Wenn dir das zu viel Selbst-Arbeit ist

Genau die acht Punkte oben prüft auch unser kostenloses Analyse-Tool – mit derselben Logik, in 30 Sekunden, mit Punktzahl, drei sofort umsetzbaren Massnahmen und ehrlichem Fazit. Keine Anmeldung, keine E-Mail-Eingabe, kein Newsletter.

Du willst die Auswertung in 30 Sekunden statt 30 Minuten?
Gib deine URL ein – das Tool prüft automatisch alle acht Punkte oben und liefert dir Score, Top-3-Massnahmen und ehrliches Fazit.
Kostenlose Website-Analyse starten →
Oder direkt Kontakt aufnehmen →

Weiterführende Artikel und Branchen

← Alle Artikel